Liebe zur neuen Heimat

Inzwischen ist Frankfurt am Main seit einigen Jahren meine – nun gar nicht mehr so – neue Heimat. Hier lebe ich mit meiner Familie, arbeite und hier steht nun auch die Wiege von ZeitfürKuchen! Frankfurt hat mich wunderbar aufgenommen und mit der Geburt des Blogs finde ich, dass es an der Zeit ist hier auch etwas für diese "neue" Heimat typisches zu präsentieren! Nach ein bisschen Überlegung habe ich mich entschlossen, das für Frankfurt charakteristische Gericht Grüne Sauce aufzugreifen und quasi für die Kuchenwelt tauglich zu machen. Es gibt also heute eine Ziegenkäse-Quiche mit den Kräutern der Grünen Sauce und karamellisierten Rispentomaten oder einfach eine  "Grie-Soß" Quiche - wie der Hesse sagen würde -  mit Ziegenfrischkäse.

Die Kräutermischung lässt sich in Frankfurt ohne weiteres - bereits fertig zusammengestellt - kaufen. Es handelt sich dabei um sieben Kräuter, die ggf. saisonal mit verschiedenen Schwerpunkten kombiniert werden. So kann es geschmacklich zu leichten Abweichungen kommen. Bei den sieben Kräutern handelt es sich klassisch um Schnittlauch, Petersilie, Kresse, Kerbel, Borretsch, Pimpinelle sowie Sauerampfer.

Und so führt mich heute der Weg in die herrliche Kleinmarkthalle im Herzen von Frankfurt. Neben der speziellen Kräutermischung, die in handlichen kleinen Päckchen verkauft wird, bekomme ich auch immer wunderbar aromatische kleine Tomaten, die ich für meine Ofen-Tomaten verwende. Die Kleinmarkthalle ist eine Institution in Frankfurt und lohnt sich immer, wenn man qualitativ hochwertige oder ausgefallene Obst- oder Gemüsesorten bzw. super frische Fisch- und Fleischwaren benötigt. Tatsächlich musste ich, außer ein paar festen Stielen, nichts von den sieben Kräutern wegschmeißen - der Weg hat sich also gelohnt.

Für eine kleine Quiche benötige ich Folgendes:

Zutaten

  • aromatische Rispentomaten (2 Hände voll)
  • etwas Olivenöl
  • je 1 TL Salz und braunen Zucker
  • etwas Pfeffer
  • Chili, Ingwer, Zwiebeln nach Geschmack
  • 200g Dinkel-Vollkornmehl
  • 100g Dinkel- oder Weizenmehl
  • 200g Butter (z.B. Joghurtbutter)
  • 1 Eigelb
  • etwas Salz
  • Paprikapulver nach Geschmack
  • 1 - 1/2 Päckchen frische Grüne Sauce Kräutermischung (125g)
  • 150g Ziegenfrischkäse
  • 3/4 Becher Sahne
  • 2 Eier (Größe M)
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Der Mürbeteig reicht für 2 kleine Quiches oder kann, wenn er nur mit einer Prise Salz und ohne die Zugabe weiterer Gewürze zubereitet wird, auch für ein süßes Gebäck verwendet werden. Zum Beispiel lassen sich mit Hilfe eines Muffinbleches kleine Tartlets backen und anschließend mit einer Creme füllen und frischen Beeren dekorieren. Yummi.

Aber zurück zur heutigen herzhaften Alternative: Für den Teig mische ich beide Sorten Mehl, gebe das Salz, die kalte und in Stücke geschnittene Butter sowie ein Eigelb hinzu. Je nach Geschmack ist es auch möglich, den Teig ausschließlich mit Vollkornmehl herzustellen, allerdings sollte man in diesem Fall das gesamte Ei (inkl. Eiweiß) zum Mehl geben. Sollte der Teig dann zu feucht sein, etwas (helles) Mehl beimischen. Alle Zutaten rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten und diesen in Frischhaltefolie gehüllt im Kühlschrank ruhen lassen.

Während der Teig Pause hat und entspannen darf, wasche ich vorsichtig die Tomaten, lasse sie abtropfen und gebe sie in eine feuerfeste Auflaufform. Die Tomaten mit etwas Olivenöl beträufeln und das Salz ebenso wie den Zucker und den Pfeffer dazu geben. Alles vorsichtig vermischen und bei 160° Umluft in den Backofen stellen. Der Ofen muss in diesem Fall nicht vorgeheizt sein. Bis die Tomaten fertig sind, dauert es ca. 40 Minuten.

Die Kräuter wasche ich gründlich, schüttle sie aus und gebe sie in meinen Standmixer. Für einen sehr intensiven Kräutergeschmack kann man ruhig das gesamte Päckchen verwenden, ansonsten empfiehlt sich die Hälfte der Kräutermenge. Zu den Kräutern (unabhängig von der verwendeten Menge) kommen die beiden Eier, die Sahne sowie der Ziegenfrischkäse. Gewürze nicht vergessen - und los geht's. Das Mixen der Kräuter erfordert etwas Geduld, denn bis die Messer tatsächlich alles erwischen und nicht mehr leer laufen, kann es etwas dauern. Die Flüssigkeit hilft aber in der Regel, ansonsten kann man zwischendurch ein bisschen mit einem Kochlöffelstiel bei ausgeschaltetem (!!) Standmixer alles nach unten drücken.

Den Boden einer Springform von ca. 18cm Durchmesser mit Backpapier auslegen. Die Hälfte des Mürbeteiges aus dem Kühlschrank holen und nochmals teilen. Einen Teil für den Boden verwenden und mit den Händen oder einer kleinen Teigrolle gleichmäßig auf dem Boden der Springform verteilen. Aus dem verbleibenden Teig eine Rolle formen und diese auf den Boden der Springform an den Rand legen. Mit jeweils zwei Fingern beider Hände (Zeige- und Mittelfinger) den Teig an den Rand drücken und dabei hoch ziehen. Die Grüne-Sauce-Masse in die so vorbereitete Springform füllen. Den Backofen auf 160° Ober-Unter-Hitze umstellen und die Quiche in den Ofen stellen. Nach ca. 45 Minuten - die Masse sollte aufgegangen sein und nur noch leicht nachgeben - die Quiche aus dem Ofen holen.

Bevor ich die Quiche aus der Springform befreie, lasse ich sie einigen Minuten auskühlen. Vorsichtig mit einer dünnen Messerklinge zwischen Springformrand und dem Rand des Teiges herfahren und die Quiche so aus der Form lösen. Mit Hilfe des Backpapieres lässt sich die Quiche relativ einfach auf eine Tortenplatte oder Ähnliches heben. Nach Belieben mit den Kirschtomaten garnieren und / oder diese zu der Quiche servieren.

Viel Spaß mit dem Rezept und habt eine gute (Kuchen-)Zeit!